Denkblockaden überwinden: Klarheit statt Knoten im Kopf

In unserem Leben können uns kleine Ursachen scheinbar völlig aus dem Konzept bringen, uns lahmlegen und unser gesundes Denken blockieren. Doch wie wir bereits im Blog „Kampf den Leistungskillern“ unserer Reihe „Cognitive Coaching konkret“ festgestellt haben, sind es nicht bestimmte Ereignisse oder Dinge, die uns das Leben schwer machen – es ist die Art und Weise wie wir über diese Ereignisse oder Dinge denken.

Viele Gedanken, Bewertungen und Erinnerungen lösen Gefühle in uns aus.

Zum Beispiel Wut, Angst, Neid, Schuld oder Eifersucht. Solche Gefühle, das kann sicher jeder bestätigen, blockieren uns, schränken uns ein und hindern uns daran, unsere Ziele zu erreichen. Darum nennt man sie „Effizienzblockaden“. Wer blockiert ist, lebt oder arbeitet „mit angezogener Handbremse“. Man kann seine körperlichen und geistigen Möglichkeiten nicht voll ausschöpfen – und das ist auf Dauer zutiefst frustrierend.

Die entscheidende Frage lautet: Leidet jemand an einem praktischen Problem oder einer Effizienzblockade?

Ein praktisches Problem hat jemand beispielsweise dann, wenn diese Person nicht weiß, wie man eine Powerpoint-Präsentation „programmiert” und sie den Vortrag gar nicht vorbereiten und deshalb auch nicht halten kann (falls das bspw. vom Chef gewünscht oder gefordert wird). Die Lösung des praktischen Problems bestünde darin, einen Kurs in der Volkshochschule zu belegen oder sich Youtube-Videos anzusehen, um sich das fehlende Know-How anzueignen. Eine emotionale Effizienzblockade wäre dann zu lösen, wenn die Person bspw. Angst davor hätte, den Vortrag vor einer größeren Gruppe oder den Vorgesetzten zu halten.

Wir unterscheiden fünf Effizienzblockaden:

  • Kognitive Effizienzblockaden
  • Behaviorale Effizienzblockaden
  • Motivationale Effizienzblockaden
  • Automatismen
  • Emotionale Effizienzblockaden

Sollte jemand also unter einer dieser fünf Effizienzblockaden leiden, dann sollte diese Blockade vom Therapeut oder Coach identifiziert (diagnostiziert) und gründlich beseitigt werden.

In diesem Blog unserer Reihe Cognitive Caoching konkret, wollen wir Euch die Kognitiven Effizienzblockaden“ erläutern.

Eine kognitive Effizienzblockade ist nichts anderes als „Falsches Denken”

Wieder sind es unsere beiden Protagonisten aus dem ersten Teil, Herr Panitz und Frau Kühl, die uns als Beispiel dienen.

Herr Panitz kann es nicht ertragen, dass seine Frau sich auf Partys mit anderen Männern unterhält und sie Spaß ohne ihn hat. Wenn er sie so vergnügt sieht, dann reagiert er beleidigt und schnippisch. Er schmollt dann den ganzen Abend vor sich hin, zieht sich in sich zurück und ist abweisend bis aggressiv. Er will, dass sie stets an seiner Seite ist und ihm ihre ganze Aufmerksamkeit schenkt.

Was passiert da eigentlich?

Herr Panitz denkt, dass seine Frau ihn langweilig findet und er sieht vor seinem inneren Auge, dass sie ihn mit einem der anderen Gäste betrügen oder gar verlassen könnte. Durch seine sich selbstabwertenden und katastrophisierenden Gedanken erzeugt Herr Panitz seine krankhafte Eifersucht. Diese übermannt ihn und er verdirbt sich und anderen den Spaß. Er aber glaubt, dass das Verhalten seiner Frau Schuld an seiner Eifersucht ist. Wenn sie ihm wirklich „gehören“ und sie sich so benehmen würde, wie er sich das vorstellte, dann wären alle seine Probleme gelöst und er bräuchte auch nicht eifersüchtig und aggressiv zu sein.

Frau Kuhl ist auf derselben Party. Ihr Mann unterhält sich angeregt mit den anderen Damen und flirtet sogar ein wenig mit einer ihrer Freundinnen. Trotzdem reagiert und fühlt sie völlig anders.

Sie denkt: „Was für eine schöne Party! Alle sind gut drauf und sogar mein Mann hat Spaß, obwohl er anfänglich gar nicht mitkommen wollte.“ Dadurch, dass sie keine besitzergreifenden Gedanken hat („Er darf das nicht tun! Er gehört mir! Die anderen Frauen haben kein Recht auf ihn!“) fühlt sie sich frei und kann den Abend genießen.

Die Moral von dieser kleinen Geschichte:

Herr Panitz müsste seine Denkfehler erkennen und sein Denken ändern, um sich auf den Partys besser zu fühlen – und nicht wie er glaubt, dass seine Frau sich oder ihr Verhalten ändern müsste. Denn wo steht geschrieben, dass sich seine Frau so verhalten muss, wie er das will? Gibt es ein Gesetz, das Frauen vorschreibt, wie sie sich auf Partys zu verhalten haben?

In manchen Teilen der Welt existieren tatsächlich solch einschränkenden Gesetze für Frauen – genau wie in Herrn Panitzs Kopf. Solange er denkt, dass seine Frau sich nicht mit anderen Männern unterhalten darf und sie sich gefälligst auch seine Forderung zu halten hat, wird Herr Panitz eifersüchtig und aggressiv sein.

Sollte er sich besser fühlen wollen, bleiben ihm einige unschöne Möglichkeiten und nur eine elegante. Die unschönen sind:

  1. Er könnte alleine auf Veranstaltungen gehen und seine Frau zu Hause lassen oder
  2. er könnte zuhause bleiben – was ihm sicherlich nicht gefallen wird, da er dann nicht weiß, was sein Frau ohne ihn auf der Party macht.
  3. Er könnte seine Frau verlassen, weil sie nicht so „spurt“, wie er das will.

Die elegante Möglichkeit bestünde darin, seine Gedanken zu ändern, seiner Frau zu vertrauen und ihr zu „erlauben“, sich so zu verhalten, wie sie das für richtig hält! Dann hätte auch er sicherlich Spaß auf der Party und er könnte gelassen dem Treiben der Anderen zusehen.

Wie dieser Schritt konkret geht, könnte Herr Panitz bei uns im Dr. Holzinger Institut u.a. beim “Friday Night Coaching” lernen.

 

Copyright: Dr. Holzinger Institut

*Rational-Emotive & Kognitive Verhaltenstherapie