Wertschätzung rüberbringen: Mitarbeiter richtig loben & kritisieren

Als Chef oder Chefin hast du dich bestimmt schon einmal gefragt, wie du deinen Mitarbeitern das gibst, wonach sie sich am meisten sehnen: Wertschätzung. Erfahre in meinem Blog, wie du deinen Mitarbeitern* sagst, was du denkst – und auch dann noch gut bei ihnen ankommst, wenn du sie kritisieren musst!

Ach ja: Falls du keine Führungskraft bist, die Tipps funktionieren auch in allen anderen Bereichen des Lebens.

Tipp Nr. 1:
Wenn du von Herzen lobst, kannst du auch sagen, was dir nicht gefällt!

Viele Chefs leben nach dem schwäbischen Motto: Nicht geschimpft ist gelobt genug!

Dass das häufig nicht ausreicht, erfahren sie dann in den Umfragen zur Mitarbeiterzufriedenheit. Die Mitarbeiter sind unzufrieden und sehnen sich neben einer guten Bezahlung vor allem nach Anerkennung, Wertschätzung und einem respektvollen Umgang.

Als Vorgesetzter könntest du es dir zur Angewohnheit machen, auch Kleinigkeiten von Herzen zu loben:

  • Herr Maier, mir fällt auf, dass Sie immer pünktlich zur Arbeit und zu den Besprechungen erscheinen. Dieses Verhalten finde ich ausgezeichnet. Bitte machen Sie weiter so.
  • Frau Huber, dieses Telefonat mit dem Kunden: Sie waren extrem zuvorkommend und hilfsbereit. Bitte führen Sie die Gespräche immer auf diese Art und Weise.
  • Der Kaffee und die Gesprächsatmosphäre, die Sie durch die frischen Blumen geschaffen haben, waren exzellent heute – ich bin sicher, dass Sie dadurch einen großen Anteil zum Erfolg beigetragen haben.

Viele Chefs glauben, dass solche Dinge selbstverständlich und nicht der Rede wert sind. Wenn sie aber mit Tipp 2 kombiniert werden, erzeugen sie wahre Motivationswunder.

Tipp Nr. 2:
Bringe deine Anerkennung oft zum Ausdruck, wenn du eine Wirkung erzielen möchtest

Der Schlüssel für jede gelungene Beziehung ist Vertrauen. Wenn du den Menschen oft sagst, was sie richtig machen und was dir an ihrem Verhalten gefällt, vertrauen sie dir – und damit haben sie keine Angst vor dir.

Menschen, die keine Angst haben, denken besser und vor allem kreativer. Und wenn du mit deinem Unternehmen am Markt besser ankommen möchtest, solltest du dafür sorgen, dass deine Mitarbeiter kreative – und damit bessere – Lösungen finden als die Konkurrenz.

Wenn du deine Mitarbeiter oft lobst – und du solltest sie so viel loben, dass es dir anfangs fast schwerfällt, so viel Lob auszusprechen – kannst du ihnen auch gefahrlos sagen, was dir nicht gefällt.

Das führt uns direkt zu Tipp 3.

Friday Night Coaching: Wertschätzung durch Lob und konstruktive Kritik

Tipp Nr. 3:
Du solltest, wenn möglich, Lob und Kritik sofort zum Ausdruck bringen

Wenn der zeitliche Abstand zwischen Verhalten und Feedback darüber groß ist, hat das gravierende Auswirkungen:

  • Wenn du eine Sache zwei Wochen später lobst, dann ist dieses Lob in seiner Wirkung schwach und die Wirkung, die du dir erhoffst, bleibt aus. Dein Mitarbeiter wundert sich bestimmt darüber, wieso dir das erst jetzt einfällt – wenn er sich überhaupt daran erinnern kann.
  • Wenn du ein negatives Verhalten zwei Wochen später kritisierst, fragt sich dein Mitarbeiter ganz sicher, wieso du die alten Kamellen gerade jetzt herauskramst. Und er wird sich die Rückmeldung wahrscheinlich in den falschen Hals stecken und wütend werden.

Am besten lobst du also direkt, noch während der Ausführung des gewünschten Verhaltens deine Mitarbeiter – gerne auch so, dass alle anderen es hören. Dann hat dieses Lob auch positive Auswirkungen auf die Gruppe.

Solltest du jemanden ad hoc kritisieren wollen, dann mache das Gegenteil: Bitte deinen Mitarbeiter auf die Seite, so dass du ihn mit der Kritik nicht vor allen anderen bloßstellst.

Leidest du unter fehlende Wertschätzung im Job? Komme zu mir ins Coaching

Tipp Nr. 4:
Dein Lob bzw. die Anerkennung sollte auf die Person zugeschnitten sein

Dieser Tipp ist überhaupt nicht einfach umzusetzen, denn du musst dazu viel über deine Mitarbeiter wissen:

  • Auf welche Form der Belohnung spricht er/sie an?
  • Freut sich die Person über Blumen, Wein oder Süßigkeiten? Möchte sie lieber Freizeit oder ein neues Diensthandy? Oder bewirken ein paar freundliche Worte mehr als ein Gutschein von Amazon?

Damit du für jeden das Richtige findest, worüber er sich freut, musst du deine Mitarbeitergespräche auch dahingehend führen. Du solltest nicht nur Ziele vereinbaren, die dir bzw. deinem Unternehmen nutzen, sondern auch herausfinden, was für dein Gegenüber wichtig ist und womit man ihm eine kleine Freude bereiten kann.

Tipp Nr. 5:
Du solltest verhindern, dass die Mitarbeiter um dein Lob und deine Anerkennung kämpfen müssen

Konkurrenz belebt ja bekanntermaßen das Geschäft. Aber in diesem Fall tötet sie die Motivation.

Wenn du deine Anforderungen an die Mitarbeiter an individuellen Standards festlegst, also jeden nach seinen Fähigkeiten förderst und forderst, dann handelst du gerecht. Was du bei einem Mitarbeiter loben kannst, ist für den anderen nicht der Rede wert. Also lobe und kritisiere nach den Möglichkeiten deines Gegenübers.

Wenn du also kreative und motivierte Mitarbeiter haben willst – und welcher Chef will das nicht? – dann solltest du dich, wenn möglich, an meine einfachen Tipps halten.

Solltest du noch mehr wissen wollen, dann kannst du dich gerne an mich wenden. Ich habe mich einen großen Teil meines Lebens mit der Frage beschäftigt, wie man andere motivieren kann. Mehr Impulse gibt’s im Friday Night Coaching. Noch mehr Input gibt’s im 1:1 Coaching oder bei unseren Cognitive Coaching Ausbildungen.

Ich freue mich auf deine Kontaktaufnahme.

Der Autor:

Dr. Daniel Holzinger zeigt wissbegierigen Menschen, wie sie sich in schwierigen Lebenslagen selbst helfen können. Seinen Rat haben zahllose Menschen aus Kunst, Kultur, Wirtschaft und Sport in Anspruch genommen. Er lebt mit seiner Familie in Stuttgart, behauptet den besten Cappuccino zu machen und liebt die Natur rund um die Stuttgarter Bärenseen.

 

*Aus Gründen der besseren Lesbarkeit, verwenden wir eine Schreibweise. Unsere Wertschätzung gilt natürlich wie immer allen Menschen gleichermaßen.