Was ist notwendig – Persönlichkeit oder Kompetenz?

Es wird oft behauptet, dass der Erfolg eines Menschen von seiner Persönlichkeit abhängen würde. Wenn dem tatsächlich so wäre, müsste zuerst einmal etwas gelingen, was der psychologischen Forschung in den letzten 120 Jahren nicht gelungen ist: die genaue Definition des Begriffs „Persönlichkeit“!

Persönlichkeit ist einer der wichtigsten Begriffe der Psychologie. Viele Fragen und empirische Forschungsansätze sind durch die Absicht bestimmt, allgemein zu erklären und im Einzelfall zu verstehen, wie sich eine Persönlichkeit mit ihren Eigenschaften unter bestimmten Anlage- und Umweltbedingungen entwickelt, wie sie sich verändert, wie sie in der psychologischen Praxis zutreffend beschrieben, in einzelnen Verhaltensweisen vorhergesagt und eventuell beeinflusst werden kann. Wegen dieser umfassenden Bedeutung kann es nicht verwundern, dass es bisher keine überzeugende Definition des Begriffs gibt. Die Lehrbücher der Psychologie schildern zahlreiche Auffassungen, und oft wird Gordon Allport (1961) zitiert, der 49 (!) verschiedene Definitionen vorstellte und seine eigene dann als fünfzigste anschloss: „Persönlichkeit ist die dynamische Ordnung derjenigen psychophysischen Systeme im Individuum, die seine einzigartigen Anpassungen an seine Umwelt bestimmen.“ (Allport, 1959, S. 49).

Die Psychologie kann nicht erklären was eine Person zur Persönlichkeit macht.

Wenn die Psychologie nicht erklären kann, was eine Person zur Persönlichkeit „macht“, wie soll man dann auf diesem „Unwissen“ den Erfolg planen und aufbauen können? Auf welchen Fakten sollte ein Schulungsprogramm basieren, das den Menschen zur Persönlichkeit entwickelt, wenn noch nicht einmal klar ist, wie man den Begriff „Persönlichkeit“ definieren sollte? Manche Menschen werden schlicht als Persönlichkeit wahrgenommen und andere nicht – warum das so ist, kann die psychologische Forschung nicht beantworten.

Wir sind der Meinung, dass es ein unmögliches Unterfangen darstellt, die „Persönlichkeit“ eines Menschen so zu “formen”, dass er auf dem Markt erfolgreich bestehen kann. Denn eigentlich lautet die unmöglich zu beantwortende Frage: „Wie muss meine Persönlichkeit als Mensch (als Manager, als Unternehmer, als Verkäufer, als Personal Trainer, Vereinstrainer…) konstruiert sein, damit ich allen Kunden garantiert gefalle und auf dem Markt Erfolg habe?“

Menschen sehen sich selbst als Ware auf dem Persönlichkeitsmarkt

Schon Erich Fromm hat in seinem Buch „Haben oder Sein“ den Begriff „Marketing-Charakter“ definiert. Menschen, die sich darüber Gedanken machen, wie sie auf dem Markt ankommen, sehen sich selbst als Ware. Genauer: als Ware auf dem Persönlichkeitsmarkt. Nach Fromm glauben Menschen mit Marketing-Charakter, dass der Erfolg maßgeblich davon abhängt, wie gut sie ihre Persönlichkeit auf dem Markt verkaufen können, ob sie „gewinnen“ (im Wettbewerb…), wie anziehend ihre Verpackung ist, ob sie „heiter“, „solide“, „aggressiv“, „zuverlässig“ und „ehrgeizig“ sein sollen, aus welchem Milieu sie stammen, welchem Klub sie angehören und ob sie die „richtigen“ Leute kennen. Menschen dieses Typus glauben, dass sie eine Bedingung erfüllen müssen, um Erfolg zu haben: Ihre „Persönlichkeit“ muss gefragt sein.

Ich bin so, wie Du mich haben möchtest!

Das oberste Ziel des Marketing-Charakters ist, laut Fromm, die vollständige Anpassung, um unter allen Bedingungen des Persönlichkeitsmarktes begehrenswert zu sein. Diese Menschen leben nach dem Prinzip: „Ich bin so, wie du mich haben möchtest.“ Dadurch begeben sie sich in die Abhängigkeit, weil sie sich ständig Sorgen machen, was wohl die anderen von ihnen denken. Sie fühlen sich gehetzt und getrieben, weil sie nie wirklich wissen können, was ihr Gegenüber von ihnen hält oder über sie denkt. Personal Trainer mit Marketing-Charakter sind gerade keine „echten“ Persönlichkeiten, weil sie nicht authentisch sind, sondern etwas darstellen, von dem sie glauben, dass die anderen es „haben“ wollen. Sie sind dann wie Verkäufer, die sich ausschließlich nach den Wünschen des Kunden richten und sagen und tun, was dieser hören will bzw. was dieser erwartet.

Was ist der kleinste gemeinsame Nenner der Persönlichkeitsforschung?

Alle Psychologen akzeptieren wahrscheinlich den kleinsten gemeinsamen Nenner der bisherigen Forschung, dass die Persönlichkeit ein Ergebnis aus der Kombination von biologischen Veranlagungen einerseits, und den erlernten Verhaltens- und Denkweisen sowie dem emotionalen Erleben andererseits ist. Dies ist eine deskriptive Definition der Persönlichkeit und diese Erkenntnis ist aus unserer Sicht ziemlich mager, wenn darauf ein Schulungsprogramm aufgebaut und eine Karriere geplant werden sollte.

Was ist eine charismatische Persönlichkeit – eine Art magische Kraft?

Die Aussage „Herr Müller ist eine Persönlichkeit.“ enthält in sich eine unterschwellige Botschaft. Diese unterschwellige Botschaft lautet, dass Herr Müller eine charismatische Person ist, die die Aufmerksamkeit der Anwesenden in einem Raum auf sich ziehen und dadurch eine bestimmte Macht über sie ausüben kann. Dieses Charisma fasziniert die Menschen seit jeher, als wäre das eine Art „magnetischer Kraft“ oder eine „unsichtbare Aura“, die derjenige ausstrahlen kann. Die wissenschaftlichen Untersuchungen deuten darauf hin, dass es kein Charisma in diesem esoterischen Sinne gibt. Es scheint eher so zu sein, dass dieser magische Effekt dadurch entsteht, dass die Beobachter der angeblich charismatischen Person ihr diese Eigenschaften zuschreiben. So kann man natürlich versuchen sich einen bestimmten Habitus anzueignen – aber ob die anderen einem deshalb ein Charisma zuschreiben, steht auf einem anderen Papier!

Kompetenz ist die Basis des Erfolgs. Nicht das, was jemand vorgibt zu sein!

Unserer Ansicht nach sollten die Menschen ihre Kompetenz im Umgang mit Ihren Kunden/Klienten/Patienten/Mitmenschen verbessern – und zwar auf allen Ebenen des menschlichen Miteinanders. Coaches/Therapeuten/Trainer sind in erster Linie Vertrauenspersonen für ihre Kunden, eine Art „Freund auf Zeit“, die neben dem speziellen Fachwissen auch ein hohes Maß an Sozialkompetenz besitzen sollten. Unsere Hypothese ist also, dass der langfristige Erfolg in erster Linie von der Kompetenz eines Menschen abhängt – also das, was jemand kann – und nicht von der Persönlichkeit – also das was jemand „darstellt“ oder vorgibt zu sein. Es kann sein, dass man einen Kunden kurzfristig mit Marketingtricks oder seinem Habitus beeindrucken kann. Mittel- bis langfristig wird sich ein beruflich kompetenter Mensch höchstwahrscheinlich durchsetzen, da ihn die Klienten nicht als „Blender“ enttarnen können.

Die berufliche Kompetenz besteht aus mehreren Komponenten. Hier seien einmal zwei davon erwähnt:

  1. Fachkompetenz
  2.  Sozialkompetenz

Die Fachkompetenz besteht aus spezifischem Wissen und Können

Die Fachkompetenz besteht in erster Linie aus dem Wissen, das er sich während seiner Ausbildung und durch seine eigene tägliche Praxis in der Arbeit angeeignet hat.

Ein Coach/Therapeut/Trainer, der sich ernsthaft mit seiner eigenen beruflichen Qualifikation auseinandersetzt, sollte sich gründlich überlegen, wie er sich entsprechendes Fachwissen aneignen kann, um seinen Beruf gewissenhaft und glaubwürdig auszuüben – vor allem im Hinblick darauf, dass der Klient/Patient aus der Zusammenarbeit einen persönlichen Nutzen ziehen kann und keinen Schaden nimmt.

Erfolg durch Fachkompetenz

In unseren Ausbildungen dreht sich alles um die Fachkompetenz, die für den erfolgreichen Umgang mit den unterschiedlichen Menschen notwendig ist, die ein Coach oder Therapeut betreut. Die Arbeit des Coaches besteht zum großen Teil darin, mit anderen Menschen zu kommunizieren und sich mit diesen „auseinanderzusetzen“. Daher ist es für einen Coach wichtig zu erkennen, wie er mit den unterschiedlichen Menschen und ihren Sorgen, Problemen, Zielen, Wünschen und Bedürfnissen umgehen kann. Die zentrale Idee unserer Coaching-/Therapie-Ausbildungen besteht also darin, bei den Teilnehmern die Basis für eine breitgefächerte „Menschenkenntnis“ zu schaffen, die aber nicht nur auf unserer persönlichen Erfahrung, sondern vor allem auf wissenschaftlich abgesichertem Wissen fußt.

Was sind die Bestandteile einer guten Menschenkenntnis?

Es gibt unterschiedliche Typen von Menschen. Diese „Menschentypen“ haben sich aus Beobachtungen über viele Jahrhunderte ergeben. Beispielsweise ist ein immer wieder auftretender Menschentyp der „Selbstverliebte“ (auch Narzisst genannt). Dieser Typus ist vor allem daran interessiert, wie er nach außen wirkt. Seine Kleidung, seine Muskulatur, seine Frisur, sein gesamtes Aussehen wird „designt“ und „durchgestylt“. Narzissten möchten von anderen Menschen geliebt, bewundert und anerkannt werden. Der selbstverliebte Mensch möchte anderen gefallen und das Urteil der anderen sollte ihm selbst schmeicheln. Er möchte in den Augen der anderen als schön, hübsch, intelligent, sportlich und großartig erscheinen. Er glaubt, dass er bestimmte Vorrechte und Privilegien hat und er hält sich häufig nicht an einschränkende Regeln. Sein wichtigstes Instrument ist die Manipulation.

Wie geht man mit den unterschiedlichen Menschen um?

Die interessante Frage besteht nun darin, warum der Selbstverliebte das möchte und sich so verhält? Was sucht er in Wahrheit? Und wie geht man als Coach/Therapeut mit einer solchen Person um, wie behandelt man sie und wie schafft man es, sich von dieser Art nicht „anstecken“, „runterziehen“ oder manipulieren zu lassen? Auf diese Fragen gehen wir beispielsweise in unseren Ausbildungen detailliert ein.

Das Gegenüber richtig einschätzen zu können ist wichtig!

Für einen guten Coach/Therapeut ist es daher wichtig, die unterschiedlichen Menschentypen (z.B. histrionischer Persönlichkeitstyp, abhängiger Persönlichkeitstyp, selbstunsicherer und ängstlicher Persönlichkeitstyp, zwanghafter Persönlichkeitstyp usw.) zu erkennen, damit er sein Gegenüber richtig einschätzen und die Maßnahmen zu echter Hilfe „planen“ kann. Diese Persönlichkeitstypologie auf denen unsere Menschenkenntnis basiert, wurde von Prof. Vlajkov aus der Lehre über die Persönlichkeitsstörungen abgeleitet und kann in dieser Form fast nirgends gelernt werden. Dieses Wissen um die verschiedenen Menschentypen bietet einen unschätzbaren Mehrwert, denn dadurch kann der Coach/Therapeut/Trainer die tatsächlichen Bedürfnisse seiner unterschiedlichen Klienten von ihren Wünschen unterscheiden.

Was ist der Unterschied zwischen Wünschen und Bedürfnissen?

Die Frage nach dem Unterschied zwischen Wünschen und Bedürfnissen klingt trivial. Die Antwort auf diese Frage liefert aber vielleicht einen Hinweis darauf, was einen herausragenden Coach/Therapeuten von einem durchschnittlichen unterscheidet?

Die Klienten können Wünsche haben, aber diese Wünsche müssen nicht unbedingt ihren wahren Bedürfnissen entsprechen. Die Grundbedürfnisse des Menschen sind:

  • Ernährung
  • Schlaf
  • Gesundheit
  • Sicherheit
  • Ein Zuhause oder „Obdach“
  • Bekleidung
  • Gesellschaftlicher bzw. sozialer Kontext

Die meisten anderen Dinge im Leben sind Wünsche.

Geld ist ein wichtiges Grundbedürfnis

Es gibt in der westlichen Welt noch ein weiteres, wichtiges Grundbedürfnis, das es einem ermöglicht, die meisten Grundbedürfnisse direkt zu befriedigen:

  • Das Geld

Wer nicht reich geboren ist, im Lotto gewonnen oder reich geheiratet hat und wer nicht auf Kosten des Staates leben möchte, der muss sein eigenes Geld durch seine eigene Arbeit verdienen. Derjenige, der seine Arbeit gut machen kann, hat die Wahrscheinlichkeit stark erhöht, genügend Geld zu verdienen, um damit seine Grundbedürfnisse zu befriedigen. Deshalb ist es wahrscheinlich für alle Menschen wichtig, mit einer möglichst großen beruflichen Kompetenz aufzuwarten. Je größer die berufliche Kompetenz ist, desto erfolgreicher ist man und desto mehr Geld kann man höchstwahrscheinlich mit seiner Arbeit verdienen. Dieses Geld hilft einem dann zu einem gewissen Grad, auf Dauer gut und glücklich zu leben.

Alle wollen glücklich, erfolgreich und schmerzfrei sein!

Und dieses Ziel möchte nicht nur Coach selbst erreichen. Wahrscheinlich sind seine Klienten auch daran interessiert, gut und glücklich und ohne große Schmerzen zu leben. Ein Coach/Therapeut sollte also in der Lage sein, die Schmerzen und das „Leid“ seiner Klienten zu verringern und die Anzahl der glücklichen Momente seiner Klientel zu steigern. Wenn ein Coach/Therapeut sich die Kenntnisse darüber erworben hat, seinen Klienten zu einem schmerzfreien und glücklichen Leben zu verhelfen, dann verfügt er über eine hohe berufliche Kompetenz und eine hohe Erfolgswahrscheinlichkeit. Denn dieses Wissen liefert seinen Kunden den Mehrwert, den sie sich durch ein Coaching oder eine Therapie bei ihm erhoffen.

Gute Coaches/Therapeuten besitzen eine gewisse „Weisheit“

In allen Sportfilmen, in denen es um den Umgang des Trainers mit seinen Sportlern geht (Karate Kid, Rocky uva.), gibt es einen Teil, der sich mit der Weisheit des Trainers beschäftigt. Diese herausragenden Trainer in Sportfilmen zeichnen sich meistens dadurch aus, dass sie nicht nur über ein extrem gutes Fachwissen, sondern vor allem immer über ein überdurchschnittliches psychologisches und emotionales Knowhow verfügen. Sie sind aber meist intuitiv zu diesen Menschenkennern geworden oder hatten dafür einfach ein Talent, das sich über die Jahre zu einer Fähigkeit entwickelt hat.

Das DHI will mit seinen Coaching- und Therapeuten-Ausbildungen genau dieses Wissen vermitteln, damit die Coaches und Therapeuten ihre bisherige berufliche Kompetenz mit psychologischem und emotionalem Wissen vervollständigen.

Wenn wir behaupten, dass sich die berufliche Kompetenz aus der fachlichen und sozialen Kompetenz zusammensetzt, dann gibt es selbstverständlich eine Überlappung dieser beiden Teilkompetenzen. Die Fachkompetenz besteht aus dem Wissen über spezielle Techniken, (im Falle eines Trainers wären das körperliche Übungen und sportliches Training), mit dem die Klienten ihre berufliche bzw. gesundheitliche Situation verbessern und sich in eine „gute“ Ausgangssituation für ihre weitere Zukunft bringen können. Der zweite Teil der beruflichen Kompetenz besteht aus der sozialen Kompetenz.

Was ist soziale Kompetenz?

Darunter versteht man u.a. die Fähigkeit, emotionale Probleme, die den Klienten daran hindern, seine Ziele zu erreichen, zu lösen. Ein Beispiel: Ein übergewichtiger Klient, der gerne isst und gleichzeitig schlank sein möchte, lebt in einem inneren Konflikt. Dieser innere Konflikt wird als kognitive Dissonanz bezeichnet. Diese Dissonanz besteht nun darin, dass der übergewichtige Mensch aus seinem Essen eine innere Befriedigung erfährt und dabei gleichzeitig den Wunsch verspürt, schlank und attraktiv zu sein. Diese innere Spannung, genauer die Gedanken, die diese innere Spannung erzeugen, führen zu einer Art Dauerstress, Schuldgefühlen und ohnmächtiger Wut, aber auch zu einer Angst vor der Anstrengung, vor dem Verzicht und dem Versagen.

Mittel- bis langfristig muss dieser übergewichtige Mensch, dessen Handlungsfähigkeit durch seine Dissonanz reduziert ist, mit den unangenehmen und vor allem ungesunden Folgen seines Denkens und Handelns rechnen. Durch seine grüblerische Untätigkeit wird er höchstwahrscheinlich weiter an Gewicht zunehmen, da er nicht bereit ist, auf das Essen zu verzichten. Erschwerend kommt hinzu, dass übergewichtige Klienten häufig der Ansicht sind, dass eine Gewichtsreduktion „leicht“ und „einfach“ zu erreichen sein müsste und dass es sie nicht anstrengen dürfe. Sie kultivieren häufig die ewige Hoffnung nach einer Pille, die all ihre Gewichtsprobleme lösen wird oder nach einem göttlichen Wunder, das ihre Fettpölsterchen über Nacht verschwinden lässt.

Coaches, Therapeuten und Trainer sollten ihre Klienten aufklären

Es ist die Aufgabe des Therapeuten bzw. des Coachs den Klienten darüber aufzuklären, dass er zwei schlechte und nur eine halbwegs gute Nachricht für ihn hat:

1. Die erste schlechte Nachricht lautet, dass eine Körpergewichtsreduktion ohne Verzicht auf übermäßiges Essen nicht möglich ist.

2. Die zweite schlechte Nachricht lautet, dass der Klient in Summe mehr Kalorien (am besten durch Bewegung) verbrennen muss, als er durch das Essen zu sich nimmt.

3. Die halbwegs gute Nachricht besteht darin, dass es für ihn einen – wenn auch beschwerlichen – Weg gibt, mit dem er abnehmen kann und sich in eine gute körperliche Form bringen kann.

Der Coach/Therapeut sollte also wissen, wie beispielsweise der Selbstüberwindungsprozess funktioniert und durch welche Denkweise er seinen Klienten dazu befähigen kann, auf das übermäßige Essen zu verzichten und sich gleichzeitig dazu motivieren kann, durch zusätzlichen Sport überflüssige Pfunde zu „verbrennen“.

Wenn der Coach/Therapeut diesen Teil der Fachkompetenz über die emotionalen Effizienzblockaden und ihre Überwindung erworben hat, dann kann er sehr vielen Klienten helfen, ihre Blockaden zu überwinden damit diese ihre anvisierten Ziele erreichen.

Nicht nur mit anderen, sondern auch mit sich selbst gut umgehen

Die soziale Kompetenz hat unserer Ansicht nach noch mindestens zwei weitere wichtige Dimensionen:

  1. Den Umgang mit anderen Menschen, aber auch
  2. den Umgang mit sich selbst.

Wer mit sich selbst geschickt und motivierend umgeht, und sich selbst nicht in einen schlechten emotionalen Zustand versetzt, vor allem dann nicht, wenn die Umstände gut und vorteilhaft sind, der verfügt über eine hohe soziale Kompetenz im Umgang mit sich selbst. Damit ist gemeint, eine schlechte Laune, Niedergeschlagenheit oder Depression zu entwickeln, obwohl alle Lebensumstände positiv sind und es keinen objektiven Grund für diese Bedrücktheit gibt. Die Fähigkeit, mit sich selbst gut umzugehen und seine eigenen Emotionen im Griff zu haben, ermöglicht dem Coach/Therapeut einen professionellen Umgang mit seinen Klienten.

Weitere Facetten der sozialen Kompetenz sind die Kommunikationsfähigkeit des Coachs bzw des Therapeuten und das Wissen darüber, welche Vorgehensweisen im Umgang mit unterschiedlichen Menschen gut funktionieren.

Manipuliere den Klienten nicht

Eine der wichtigsten Fragestellungen der Kommunikationswissenschaften bezieht sich auf die Versuche, andere Menschen zu manipulieren. Es hat sich gezeigt, dass Menschen, die versuchen, andere zu manipulieren, mit einer ablehnenden Haltung rechnen müssen, sobald der Manipulationsversuch aufgedeckt wird. Deshalb empfehlen wir unseren Ausbildungsteilnehmern sich in jeglicher Kommunikationssituation authentisch zu verhalten – authentisch mit sich selbst und authentisch in Anwesenheit anderer Menschen.

Authentisch bedeutet „echt“ zu sein, genauso, „wie wir sind“, ohne irgendetwas zu verstecken. Authentisch meint dabei gerade nicht, sich selbst zu mögen bzw. sich selbst zu bewundern, sondern jeder sollte sich seiner eigenen Schwächen bewusstwerden und den Anspruch haben, sie so weit wie möglich zu beseitigen und das eigene Wissen zu vervollständigen.

Selbstverständlich muss man nicht immer alles sagen, aber das was man sagt, sollte man guten Gewissens vertreten können. Sollte der Coach/Therapeut sich für den Klienten „verbiegen“ und denken, dass er dadurch seine Ziele besser erreichen kann, versucht er seinen Klienten zu manipulieren. Dann kann es passieren, dass der Coach/Therapeut von seinem Klienten durchschaut wird. Sollte der Klient auf die Idee kommen, dass der Coach/Therapeut ihn manipulieren will, wird der Klient abspringen. Dann hat der Coach/Therapeut tatsächlich einen Klienten aufgrund seiner Art verloren. Viel schlimmer ist, dass dieser Klient anderen Menschen vom Manipulationsversuch erzählen wird und den guten Ruf des Coachs bzw. des Therapeuten in Gefahr bringt.

Schlechte Nachrichten verbreiten sich sieben Mal schneller

Es ist bekannt, dass sich eine schlechte Nachricht sieben Mal schneller verbreitet, als eine gute. Wenn ein Klient unzufrieden und enttäuscht ist und nicht das bekommen hat, was ihm versprochen und in Aussicht gestellt wurde, wird er anderen Menschen von seiner Frustration berichten. Wir wissen, dass Menschen sehr gerne über schlechte Nachrichten reden – in den Tageszeitungen werden jedenfalls kaum gute Nachrichten verbreitet. Deshalb hat jeder Coach/Therapeut darauf zu achten, dass er keinen Anlass dafür bietet, dass andere schlecht über ihn reden.

Dabei ist selbstverständlich klar, dass er andere Menschen nicht daran hindern kann, schlecht über ihn zu reden. Vor allem werden die neidischen und eifersüchtigen Kollegen gerne dazu neigen, schlecht über ihn zu reden. Neid ist die größte Quelle für schlechte Nachrichten – außer man hat tatsächlich einen Fehler selbst verschuldet. Diese selbstverschuldeten Fehler können zu unserem Nachteil verbreitet werden und der Ruf den jemand bekommt, lässt sich nur schwer wieder verbessern.

Verhindere die Fehler im sozialen Miteinander

Der Alltag besteht meist aus neutralen oder guten Zuständen. Sollte etwas Negatives oder Schlechtes geschehen, dann ist das die Neuigkeit, die sich wie ein Lauffeuer verbreitet. So verhält es sich auch im beruflichen Alltag. Wer einen Fehler gemacht hat, ist Gesprächsthema „Nr. 1“ – er muss dann diesen Fehler sozial büßen. Um diesen einen Fehler oder diesen einen unzufriedenen Klienten zu „neutralisieren“ braucht man sieben positive Referenzen. Aus diesem Grund ist es ratsam, dass man selbst wenige Fehler macht und dadurch nicht zur Quelle seiner eigenen schlechten Nachrichten wird.

Soziale Kompetenz besteht vor allem aus dem Wissen darüber, was man nicht tun sollte. Wenn man das vermeidet, was nicht empfehlenswert ist, dann ergibt sich automatisch das, was wünschenswert ist. Sollte einem dieser Schritt auf eine authentische Art gelingen, ist die Basis für erfolgreiches Handeln gelegt.

Ewig in der Jogginghose – entwickle Dich weiter

Vor allem Personal Trainer und Vereinstrainer lernen durch unsere Ausbildung ihren Kunden zu „erkennen“ und ihn zu „diagnostizieren“, so dass es ihnen möglich ist, die Wünsche des Kunden von seinen wahren Bedürfnissen zu unterscheiden. Durch unsere Ausbildung werden die Personal Trainer zu „echter“ Hilfe fähig, da sie schon früh im Beratungsprozess erkennen „wen“ sie vor sich haben und Vereins- und Leistungssporttrainer lernen, wie sie mit Leistungsdruck und Versagensängsten ihrer Sportler besser umgehen können.

Ein weiteres zentrales Ziel der DHI Coaching Ausbildung besteht darin, vor allem Führungskräfte in betriebswirtschaftlichen Unternehmen mit zusätzlichem psychologischem Wissen auszustatten, so dass sie ihre Mitarbeiter und sich selbst besser, und vor allem gesünder, führen können und evtl. den Sprung in die Selbstständigkeit wagen.

Therapeuten können sich mit dem Wissen des Kognitiven Ansatzes vertraut machen und ihren “Werkzeugkasten” durch unsere Aus- bzw. Weiterbildung vervollständigen, so dass sie ihren Patienten noch besser helfen können.

Dieses psychologische Wissen vermitteln wir in unserer 18-tägigen Ausbildung und in weiterführenden Seminaren und Kursen. Bitte nehmen Sie unverbindlichen Kontakt zu uns auf oder informieren Sie sich auf unserer Website.

©Autoren: Prof. Dipl. Psych. Milenko Vlajkov und Dr. Daniel Holzinger, Stuttgart