Du hast deine Firma und das System optimiert, deine Prozesse sind fein aufeinander abgestimmt und laufen, wie eine gut geölte Maschine – du bietest zum fairen Gehalt gratis Kaffee, Achtsamkeitskurse, Yoga und Nackenmassage für die Mitarbeiter an, bist agil und hast einen „FeelGood-Manager“ eingestellt, der mit dem Systemischen Coaching-Ansatz arbeitet – das einzige was sich blöderweise nicht eingestellt hat, ist eine gute Stimmung und ein engagiertes Miteinander? Wenn du dich fragst, warum das so ist, dann könnte der Artikel für dich interessant sein. 

Häufig werden wir gefragt, was den Kognitiven Ansatz vom Systemischen Coaching-Ansatz unterscheidet.  

An einem einfachen Beispiel lässt sich der Unterschied zwischen beiden Ansätzen erklären und das Dilemma des Systemischen Ansatzes verstehen:  

Die Hypothese des Systemischen Ansatzes ist, dass das ganze System (die Umstände, die Organisationen, die Strukturen, die Prozesse oder die Familie) für das emotionale Leid der Menschen verantwortlich ist bzw. dass es „Menschen nur möglich ist, Impulse in ein System zu geben, das dadurch in Bewegung kommt und möglicherweise neue, für alle Beteiligten dienlichere Konstellationen findet“ (https://systemische-gesellschaft.de/systemischer-ansatz/). Daher könnte man vereinfacht sagen: 

„Schlechte“ Systeme bzw. Umstände erzeugen schlechte Gefühle. 

Systemischer Coaching-Ansatz 1

Nach der Logik des Systemischen Ansatzes muss man also die Systeme bzw. die Umstände verändern bzw. mit den „richtigen“ Impulsen in Bewegung setzen, um die emotionale Lage der Betroffenen zu ändern. Demnach müsste folgende Behauptung gelten: 

„Gute Systeme bzw. Umstände erzeugen gute Gefühle.

Systemischer Coaching-Ansatz 4

Das Dilemma des Systemischen Coaching-Ansatzes

Das Dilemma, das der Systemische Ansatz nicht erklären kann, ist, wieso so viele Menschen in guten Systemen schlechte Laune haben?  

Systemischer Coaching-Ansatz 3

Erst recht kann der Systemische Ansatz keine Antwort darauf geben, wieso es in schlechten Systemen Menschen mit guter Laune gibt?

Systemischer Coaching-Ansatz 2
Logischerweise versuchen Führungskräfte die Umstände, Strukturen und Prozesse in den Firmen und Büros aus betriebswirtschaftlicher und kybernetischer Sicht zu optimieren. Neben einem höheren Ertrag und effizienterem Arbeiten, erhoffen sie sich durch die strukturellen Optimierungen auch eine höhere Zufriedenheit der MitarbeiterInnen*, wenn diese in einem schicken Büro mit gratis Kaffee, Chill-Ecke und Tischkicker in einem teamorientierten Großraumbüro arbeiten dürfen. 

Paradoxerweise stellen aber viele Chefs frustriert fest, dass sie die Mitarbeiter durch strukturelle Änderungen nie zufriedenstellen können, da Menschen offensichtlich komplizierter sind als betriebswirtschaftliche „Systeme“ oder Maschinen.

Führungskräfte – aber auch alle Mitarbeiter – müssten erkennen, dass „schlechte“ Umstände einen im schlimmsten Fall umbringen können. Aber „gute“ Umstände einen nicht automatisch glücklich machen.

Der Kognitive Ansatz liefert auf diese Phänomene die Antworten: es sind die Gedanken, die den Unterschied machen. Wenn sich zwei Menschen in gleichen Umständen unterschiedlich fühlen, können nicht die Umstände für die Gefühle verantwortlich sein.

Es sind die Gedanken, die die unterschiedlichen Gefühle erzeugen

Wenn Führungskräfte also die Stimmung im Team oder in der Firma verbessern wollen, müssen sie lernen, die Gefühle der Mitarbeiter zu moderieren. Das ist aber, wie jeder, der schon einmal ein Team angeleitet hat, weiß, der anstrengendste Teil in der Arbeit als Führungskraft, für die man viel Zeit und Energie aufwenden – und das entsprechende Know-how haben muss 

Daher tendieren Führungskräfte logischerweise dazu, lieber eine neue Kaffeemaschine zu bestellen und einen Tischkicker aufzubauen, weil sich ja dann die Mitarbeiter selbst beim Kaffee oder Kickern näherkommen und ihre zwischenmenschlichen Probleme und Spannungen beseitigen können; mit dem schönen Nebeneffekt, dass die Führungskraft seine Energie sparen kann. Ganz nach dem Motto: „Seht her, was ich alles fürs Büro getan habe – nicht mal die neue Kaffeemaschine oder der Tischkicker haben geholfen! Meine Mitarbeiter sind hoffnungslose Fälle!“ 

Die wahre Arbeit könnte die Führungskraft leisten

Dafür müsste sie wissen, wie sie das Gekränkt-, Beleidigt- und Verletzt-Sein stoppen und die passiv oder aktiv ausgelebten Aggressionen im Büro durch ihre Interventionen in eine gute Stimmung und echte Motivation verändern könnte.

Die Führungskräfte, die vom Systemischen Ansatz enttäuscht sind und sich fragen, ob es etwas Besseres gibt, können im Kognitiven Ansatz und in unseren Ausbildungen den intelligenteren Hebel für ihr Business finden, da sie durch die kognitiven Interventionen direkt bei der Ursache der „schlechten Stimmung“ ansetzen können: Dem Denken! 

Für alle, die an dieser Stelle neugierig geworden sind: Alle Infos zur Cognitive Coaching-Ausbildung findest Du auf unserer Website. Starte zum nächsten Termin der Cognitive Coaching Ausbildung durch – ob für Business, Sports oder Life oder als Therapeut RE&KVT.

Kontaktiere uns gerne, wenn Du Fragen hast oder melde Dich heute noch zum nächsten kostenfreien Info-Abend an.

 

*fortlaufend wird aus Gründen der Lesbarkeit “Mitarbeiter” allgemein verwendet