Wir vom Dr. Holzinger Institut bilden RE&KVT*-Therapeuten oder Cognitive Coaches for Business, Sports und Life aus. In diesem Zusammenhang werden wir oft gefragt: Was ist denn eigentlich das Besondere am kognitiven Ansatz? Eine gute Frage, die wir in unserer kleinen Reihe „Cognitive Coaching konkret“ erklären möchten.

Zur Einstimmung erzählen wir eine Geschichte, die wahrscheinlich fast jeder so oder so ähnlich schon erlebt hat:

Stellen Sie sich zwei Personen vor: Herrn Panitz und Frau Kuhl. Beide müssen ihre Steuererklärung fertigmachen. Das ist leider eine absolut unausweichliche Pflicht. Dennoch gehen die beiden völlig unterschiedlich damit um.

Herr Panitz denkt sich:
„Ich muss die verflixte Steuererklärung erledigen …“

„…und das, obwohl ich überhaupt keine Zeit und noch weniger Lust dazu habe. Denn ich muss erst einmal die ganzen Unterlagen und Belege zusammensuchen. Und ich bin mir gar nicht sicher, ob ich auch wirklich alles finde, was das Amt verlangt. Deshalb werde ich es garantiert nicht rechtzeitig schaffen. Das wird sicher Konsequenzen haben. Mist, Mist, Mist!“.

Was passiert da eigentlich wirklich?

Herr Panitz denkt an seine Steuererklärung. Dieser Gedanke verursacht in ihm ein negatives Gefühl, das sich derart mächtig aufbläht, sodass er mental blockiert ist. Herr Panitz kann buchstäblich nicht mehr frei und klar denken. Gleichzeitig spürt er Stresssymptome wie z.B. Herzklopfen, Schwitzen, Kraftlosigkeit und Magengrummeln, die ihn zusätzlich lähmen. Und ihm eine weitere Ausrede liefern, die dringende Aufgabe vor sich her zu schieben.

Frau Kuhl ist in genau der gleichen Situation. Trotzdem reagiert sie völlig anders.

Auch sie denkt: „Ich muss die Steuererklärung erledigen!“ Aber im Gegensatz zu Herrn Panitz akzeptiert sie das notwendige Übel („Wat muss, dat muss!“), obwohl sie, wie Herr Panitz, auch keine große Lust dazu hat. Dadurch lodern auch keine unangenehmen Gefühle in ihr auf, die sich – wie bei Herrn Panitz – zu einem emotionalen Flächenbrand ausdehnen. Das heißt: Frau Kuhl bleibt cool und innerlich frei. Sie denkt klar, handelt zielgerichtet und hat die Situation im Griff. Sie macht sich unverzüglich und konzentriert an die Arbeit und erledigt die, auch für sie unangenehme, Aufgabe effizient.

Die Moral von dieser kleinen Geschichte:

In unserem Leben können uns Kleinigkeiten völlig aus dem Konzept bringen, uns lahmlegen, unseren gesunden Menschenverstand blockieren. Im Fall von Herrn Panitz war es die verhasste Steuererklärung, gegen die er sich mit „Leib und Seele“ gewehrt hat. Frau Kuhl hat sich dagegen davon nicht aus dem Konzept bringen lassen.

Aus dieser Geschichte leitet sich die erste Einsicht des Kognitiven Ansatzes ab: Es sind nicht bestimmte Menschen, Ereignisse oder Dinge (in diesem Fall die Steuererklärung), die uns das Leben schwer machen. Es ist die Art und Weise wie wir mit diesen Dingen umgehen bzw. über sie denken.

Wir nennen solche Gedanken, Gefühle oder Angewohnheiten, die uns hindern unsere Stärken auszuspielen, Effizienzblockaden.

In diesem Fall handelt es sich um eine emotionale Effizienzblockade, die durch eine paradoxe Angst vor unangenehmen Tätigkeiten und der damit verbundenen Anstrengung ausgelöst wird.

Um den nächsten Leistungskiller geht es in der nächsten Folgen von „Cognitive Coaching konkret“. Und auch darum, wie man sie gezielt abbauen kann. Es gibt insgesamt fünf unterschiedliche Effizienzblockaden. Wer es schafft, diese zu erkennen und in den Griff zu kriegen, ist kaum mehr zu bremsen! Und wie man das schafft, lernt man bei unserer Ausbildung, den Seminaren, Workshops, Friday Night Coachings oder im persönlichen Coaching.

Bis zum nächsten Teil von „Cognitive Coaching konkret“.

Ihr Team vom Dr. Holzinger Institut

*Rational-Emotive & Kognitive Verhaltenstherapie