Erzähl´ mal, Janik: Studium, Pandemie, Arbeit und Zukunft – Was braucht es dafür?

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Janik erzählt, warum er die Cognitive Coaching Ausbildung macht

Sich heute schon mit dem Wissen für kommende Krisen ausstatten? Das geht.

Janik studiert an der Universität Stuttgart Berufspädagogik. Mitten in der Corona-Pandemie flatterte seine Bewerbung für ein Praktikum im Dr. Holzinger Institut (DHI) rein. Er fing dann direkt im September 2020 an und unterstützt seither tatkräftig bei den täglichen Aufgaben – hauptsächlich in den digitalen Bereichen. Mittlerweile arbeitet er als Werkstudent und natürlich lernt er in seiner Zeit im DHI den kognitiven Ansatz in allen Facetten kennen. Dieses Jahr startete er zu alle dem die Coaching Ausbildung, um sein Wissen weiter zu vertiefen, sich selbst vor kommenden Krisen zu wappnen und anderen als Coach zu helfen.

Erzähl‘ mal Janik

Wie bist du auf das DHI aufmerksam geworden?

Janik: Ich bin über Google auf das DHI aufmerksam geworden und habe mich dann hier beworben. Das DHI wirkte auf mich professionell, authentisch, kompetent und fundiert. Die andere Option wäre gewesen, mein Praktikum in der HR-Abteilung eines großen Konzerns zu machen. Dafür gab es in der Hochschule viele Angebote. Ich habe mich dann aber dagegen entschieden. Ich wollte lieber die Chance nutzen, wirklich etwas zu bewirken, meine Stärken aktiv mit einzubringen und meine eigenen Ideen zu realisieren. Im DHI kann ich das definitiv.

Welche Aufgaben hast Du im DHI?

Janik: Durch die Corona-Kontaktbeschränkungen wurde das Friday Night Coaching (FNC) einige Wochen vor meinem Praktikumsbeginn provisorisch auf ein Live-Online-Format umgestellt. Vor diesem Hintergrund war die Professionalisierung des Online-FNC während der gesamten Praktikumsdauer eine meiner zentralen Aufgaben. Da haben wir in der kurzen Zeit echt ein tolles digitales Format aufgestellt. Aber ich bin auch schon gespannt, wenn ich es mal im alten Präsenzformat miterleben kann.

Darüber hinaus habe ich mich um die Social-Media-Kanäle gekümmert und das Konzept hierfür überarbeitet. Mit der Zeit sind dann weitere Aufgaben und Projekte wie beispielsweise die Überarbeitung der DHI-Startseite dazugekommen. Generell geht es in unserem Team ständig darum, Ideen zu strukturieren, diese dann grafisch festzuhalten und inhaltlich auszuarbeiten.

Und hat sich Dein erster Google-Eindruck bestätigt?

Janik: Absolut – Hätten sich die Seriosität, Professionalität und das wissenschaftliche Fundament nicht auch während meiner Zeit im Praktikum gezeigt, hätte ich danach gar nicht als Werkstudent hier arbeiten wollen. 

Wusstest du schon über den kognitiven Ansatz Bescheid, als du dein Praktikum begonnen hast?

Janik: Ich kannte zwar bestimmte Erkenntnisse von Ellis und Beck durch mein Studium, war allerdings noch nicht genau mit dem kognitiven Ansatz auf Basis der REKVT* vertraut. Für alle Aufgaben, die ich während meines Praktikums im DHI übernommen habe, war es natürlich zentral, dass ich die Grundannahmen und Modelle der Fachrichtung verstanden und verinnerlicht habe. Katrin hat mir aus diesem Grund direkt zu Beginn das Handbuch der RE&KVT gegeben und den Rest habe ich im täglichen Doing gelernt. Ich war beispielweise bei jedem Friday Night Coaching dabei und habe auf diese Weise angefangen zu verstehen, wie das ABC-Modell funktioniert. Außerdem habe ich viel aus den Gesprächen mit Daniel und Katrin mitgenommen und so jede Menge über den Ansatz gelernt.

Warum bist du dann in die Ausbildung gestartet?

Janik: Ich wollte das Wissen, das ich in meinem Praktikum erlangt habe, noch weiter ausbauen. Der Ansatz und das mit ihm verbundene Wissen haben mich sehr beeindruckt und mich in meinem täglichen Leben stark beeinflusst. Das kognitive Wissen hilft mir sowohl in der Reflexion meiner eigenen Gedanken, meines Verhaltens und meiner Gefühle als auch im Umgang mit anderen Menschen. Ein Grund war auch, dass ich mir und meinem Umfeld in Zukunft besser beim Lösen von Problemen helfen möchte. In der ersten Ausbildungsstufe konnte ich das ganze Wissen, das ich mir davor selbstständig im täglichen Doing angeeignet hatte, ordnen und im Kontext sehen. Ich konnte verstehen, wie sich die unterschiedlichen Inhalte sinnvoll zusammenfügen.

Wie wendest du das Wissen im Alltag an? Was hat sich verändert?

Janik: Ich wende die Inhalte täglich an, denn man verarbeitet ja alles, indem man darüber nachdenkt. Wenn sich dann das eigene Denken ändert und die Art und Weise, wie man die Dinge beurteilt, dann verändert sich dementsprechend auch alles andere. Das Wissen über den kognitiven Ansatz hat dazu geführt, dass ich meine eigenen Gedanken und Überlegungen viel stärker hinterfrage. „Wenn sich etwas an der Situation ändern lässt, warum dann niedergeschlagen sein? Und wenn sich nichts daran ändern lässt, was nutzt es, wenn man niedergeschlagen ist?“ Dieses Zitat beschreibt eine der wichtigsten Einsichten, die ich im Rahmen meines Praktikums hatte: die Akzeptanz des Unabänderlichen und die Tatsache, dass sich das innere Erleben mit den eigenen Gedanken steuern lässt.

Wenn Freunde mir heute von ihren Problemen erzählen, kann ich die Dinge viel besser einordnen und verstehen, was überhaupt Sache ist. Jetzt kann ich ihnen anbieten, die Probleme sinnvoll zu lösen. Es ist auch spannend zu sehen, dass oft hinter einem vermeintlich kleinen Problem noch ein viel größeres Problem liegt. Manchmal ist das nur der Anfang einer sehr langen Problemkette.

Möchtest du selbst Coach werden und welche Idee hast du damit?

Janik: Ich kann mir gut vorstellen, in Zukunft selbst Coach zu werden. Ich finde die Idee, dass die Leute noch nicht krank sein müssen, damit ihnen geholfen wird, sehr gut. Am besten wäre es, wenn Menschen sich bereits präventiv das Coachingwissen aneignen – schon bevor man ein Problem hat. Corona, Stress im Job oder eine Trennung – das alles können potenzielle Auslöser für Probleme sein. Wer sich dann Hilfe in einem Coaching sucht, kann an diesem Punkt schon intervenieren und verhindert, dass ein Problem oder eine Depression überhaupt erst entstehen können.

Während meines Praktikums hatte ich selbst im Zusammenhang mit den Kontaktbeschränkungen der Corona-Pandemie phasenweise Motivationsschwierigkeiten und sah mich mit ungewohnten Ängsten konfrontiert. Diese waren allerdings in ihrer Ausprägung noch so schwach und in ihrem Auftreten sehr selten, sodass ich wegen ihnen keine/-n Psychotherapeutin/-therapeuten aufgesucht hätte. Eine Coaching-Sitzung mit Daniel hat direkt zu einer großen Verbesserung meiner Situation geführt. Man schützt sich sozusagen schon vor der Krise, indem man sich mit wertvollem Wissen ausstattet. Deshalb möchte ich nicht mehr aufhören, mich mit diesem Wissen zu befassen.

Es ist ein Geschenk, dass ich dieses Wissen bereits als junger Mensch lernen darf. Das wird mir im Leben sicher viel Energie sparen, weil ich auf kommende Krisen besser vorbereitet bin. Ich sorge also heute schon vor, um zukünftige Probleme stressfreier lösen zu können.

 

Interview geführt von Jennifer Hiener

Stuttgart, 20.08.2021

Lieber Janik, herzlichen Dank für das Interview. Es war ein Glück, dass Dich Dein Weg ins DHI geführt hat. Wir freuen uns sehr, dass Dein Knowhow unsere Teamarbeit bereichert. 

*Rational Emotive und Kognitive Verhaltenstherapie